Phänomenologisch-systemische Aufstellungsarbeit

Was bedeutet eigentlich systemisch?

System heißt, dass wir ein Teil einer Gruppe oder eines größeren Ganzen sind, in dem sich alle einzelnen Elemente gegenseitig beeinflussen. Unser Körper ist ein System, auch eine Firma oder eine Familie. Und manchmal ist der kranke Teil (z.B. das Herz) gar nicht Verursacher (Rauchen, Stress, Alkohol) des Problems (Infarkt).

Systemische Therapiemethoden arbeiten daher mit Blick auf den Menschen in all seinen Lebensbereichen. Was wirkt auf uns ein? Wie beeinflusst es uns? Und was können wir tun um diese Wirkweisen zu verändern, wenn sie anfangen uns nicht mehr gut zu tun? Wir wollen also die Ursachen ausschalten, statt nur auf das Problem zu schauen und systemische Methoden helfen uns diese Auslöser zu erkennen und unseren Blick auf mögliche Lösungen zu lenken.

Systemaufstellungen, Familienaufstellungen, Symptomaufstellungen, Organisationsaufstellungen…was heißt das alles überhaupt?

Systemaufstellungen ist der Oberbegriff für alle anderen Aufstellungsformen, die sich z.B. nach den bearbeiteten Themen unterscheiden.
Also heißt eine Aufstellung zum Thema Familie Familienaufstellung, eine Aufstellung zu einem Krankheitssymptom Symptomaufstellung und eine Aufstellung zu einem Arbeitsfeld Organisationsaufstellung.
Die Arbeitsweise ist dabei sehr ähnlich.
All das kann man mit einer Gruppe machen oder als Einzelsetting.

Allerdings gibt es auch verschiedene Aufstellungsstile…

Die ganz klassische Form nach Virginia Satir betrachtet, wie ein Mensch die einzelnen Elemente z.B. seines Familiensystems (Vater, Mutter, Bruder, Schwester, ich…) zueinander aufgestellt hat und reflektiert diese Komposition, um die eigene Rolle/Position besser verstehen zu können.
Insbesondere Bert Hellinger hat die heute bekannte Aufstellungsarbeit beeinflusst, aber auch viele andere haben zu ihrer Weiterentwicklung beigetragen.
Daraus sind mittlerweile verschiedene Stile mit unterschiedlichen Schwerpunkten entstanden.

Ich selbst fühle mich in meiner Aufstellungsarbeit uneingeschränkt in der Tradition meines Lehrers Harald Homberger, der phänomenologische Systemaufstellungen in höchster Achtsamkeit, gegenseitigem Respekt und absoluter Absichtslosigkeit entstehen lässt.

Was heißt hier phänomenologisch?
Das Wort Phänomen kommt aus dem Griechischen und heißt etwa Erscheinen, Erscheinung. Phänomenologische Arbeit beschäftigt sich also mit dem, was wir wahrnehmen können, was uns erscheint, und arbeitet mit unseren Sinneseindrücken. Logisches Schlussfolgern und Analysieren spielt hierbei nur eine nebengeordnete Rolle.
Auf diese Weise überprüfen wir die Realität, finden einen neuen Blickwinkel und können uns langfristig von falschen Vorstellungen, schwächenden Glaubenssätzen oder krank machenden Verhaltensmustern lösen.

Wie funktioniert das?
Aufstellungen können in einer Gruppe oder im Einzelsetting mit Hilfe von Symbolen durchgeführt werden. Vor der eigentlichen Aufstellung wird Ihr Thema, Problem oder Anliegen genau geklärt und wir verschaffen uns einen Überblick über die beteiligten Personen, oder Elemente.
Dann suchen Sie einen Stellvertreter für jede dieser Personen / Elemente und stellen diese im Raum so zu einander auf, wie Sie es gerade stimmig finden.
Die Stellvertreter überprüfen nun, ob sich in ihrer Körperwahrnehmung oder Stimmung etwas verändert und folgen den sich daraus ergebenden Bewegungsimpulsen.
Diese Wahrnehmungen entstehen in einem so genannten ‚wissenden Feld‘, ein Phänomen, dass mittlerweile durch Forschungen in universitären Studien bestätigt wurde.
Die daraus entstehenden ‚Bewegungen der Seele‘ verändern das ursprüngliche Bild und bringen bislang unbewusste Informationen ans Licht, wie ein sichtbar gewordenes dynamisches ‚inneres Systembild‘. Wir sehen ganz real vor uns die Dynamik Ihres Anliegens.
Abschließend können geeignete Worte alte Verletzungen oder Konflikte beruhigen und Aussichten auf neue Wege im Umgang damit eröffnen.

Gelungene Aufstellungen wirken tief in uns lösend und entlastend, wodurch sie auch eine sehr sinnvolle und hilfreiche Ergänzung zu einer Psychotherapie sein können.

„Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden.
Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Kontakt.“
Virginia Satir

Für weitere Informationen empfehle ich Ihnen die Internetsites, die ich unter Links angegeben habe, z.B. den Film der DGfS.  Oder Sie rufen mich einfach an…